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Richard Ambs 

Das Archäologische Museum Neu-Ulm

Schließung zum 31.07.2008

Geschichte des Museums:

Wie kam Neu-Ulm zu dem Archäologischen Museum, das als 12. Zweigmuseum durch die Archäologische Staatssammlung München betreut wurde?

Das Heimatmuseum Neu-Ulm hatte schon seit seiner Einrichtung durch den Historischen Verein Neu-Ulm, dessen einhundertjähriges Gründungsjubiläum im Oktober 2007 gefeiert werden konnte, eine Archäologieabteilung. Ausgestellt waren die Funde der Ausgräber, die im Auftrag des Vereins im Altlandkreis Neu-Ulm tätig waren. Hier sei besonders an den Strasser Pfarrer Anton Ilg, den Realschulrektor Dorner und den Generalleutnant a. D. Michahelles erinnert, die in den Jahren vor und nach dem 1. Weltkrieg zahlreiche archäologische Ausgrabungen unternahmen.

Nach dem 2. Weltkrieg stellte Kreisheimatpfleger Arthur Benz die Exponate, die die Bombardierung der Stadt überdauert hatten, im Untergeschoss des Rathauses (1954-1966)  aus. 1969 erfolgte die Neuaufstellung der Prähistorischen Abteilung durch Kreisheimatpflegerin Dr. Emma Pressmar im Erdgeschoss des neuen Heimatmuseums, dem früheren Rentamtsgebäude, in dem heute das Edwin-Scharff-Museum untergebracht ist. 

Unter der Leitung des Nachfolgers von Frau Pressmar, Richard Ambs, fanden seit 1985
zahlreiche archäologische Untersuchungen, meist Rettungsgrabungen, im gesamten Landkreis Neu-Ulm statt, bei denen reiches Fundgut geborgen werden konnte. Gleich die erste Ausgrabung im Jahr 1985 brachte mit dem „Herrengrab von Illerberg“ unerwartet bedeutende Fundstücke: Die komplett geborgene Grabausstattung eines hallstattzeitlichen Herren aus einem Grabhügel - einschließlich der reich verzierten Schirrung zweier Pferde - erregte Bayern weites Aufsehen. Die Restaurierung der Schirrungsteile gestaltete sich sehr kostenintensiv und so kam es im April 1986 zu einem Vertrag zwischen dem Landkreis Neu-Ulm, vertreten durch Landrat Franz-Josef Schick, und dem Leitenden Sammlungsdirektor der damals noch „Prähistorischen Staatssammlung“, Dr. Hermann Dannheimer, mit dem Inhalt, dass die Schirrungsteile in das Eigentum der Staatssammlung übergehen, sie jedoch nach der Präsentation bei einer für das Frühjahr 1987 in München geplanten Sonderausstellung als unbefristete Leihgabe in einem neu zu gestaltenden Raum im Museum der Stadt Neu-Ulm ausgestellt würden.

Im Sommer 1987 fanden mehrere Gespräche zwischen der Stadtverwaltung Neu-Ulm und der Direktion der Staatssammlung statt mit dem Ziel, in Neu-Ulm ein Zweigmuseum der Staatssammlung einzurichten. Dr. Dannheimer trug auch vor dem Stadtrat sein Konzept dazu vor und fand dafür Zustimmung. Als Museumsgebäude wurde zunächst die alte Feuerwache – heute ist darin die Musikschule Neu-Ulm untergebracht – ins Auge gefasst. Die Planungen für die Neugestaltung des Platzes hinter der Petruskirche ergaben, dass an das bisherige Heimatmuseum ein Museumsanbau für das Prähistorische Zweigmuseum erfolgen könnte.

Nachdem auch seitens des Landkreises großes Interesse an der Errichtung eines Archäologischen Museums gezeigt wurde, kam es zum Beschluss, in Neu-Ulm ein Vorgeschichtsmuseum als Zweigmuseum der Prähistorischen Staatssammlung einzurichten. Die Gremien des Stadtrates und des Kreistages stimmten einem Vertragsentwurf zu. Mit der Planung der Bebauung der damals noch Marienstraße genannten Fläche mit Museum und evangelischem Dekanat wurde der Münchner Architekt Prof. Dr. Ing. Theodor Hugues beauftragt. Im alten Heimatmuseum sollte das Stadtmuseum untergebracht werden.  

Am 26. Juli 1990 fand im Kultusministerium in München die Vertragsunterzeichnung statt:

Für den Freistaat Bayern unterschrieb Staatsminister Hans Zehetmair, für die Stadt Neu-Ulm Oberbürgermeister Dr. Peter Biebl und für den Landkreis Neu-Ulm Landrat Franz-Josef Schick.

Am Freitag, 16. September 1994 fand in Neu-Ulm die feierliche Eröffnung des Archäologischen Museums im Beisein zahlreicher prominenter Ehrengäste statt und Oberbürgermeister Dr. Peter Biebl überreichte beim Festakt die Museumsschlüssel an Direktor der Prähistorischen Staatssammlung, Dr. Dannheimer . Diese Museumseröffnung war einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Erhebung Neu-Ulms zur Stadt.

Mit der Sonderausstellung „Orient und Okzident – Kulturelle Wurzeln Alteuropas 7000 bis 15 v. Chr.“ bot die Staatssammlung eine besonders attraktive Ausstellung hochwertiger, seltener Exponate als Übergang bis zur Eröffnung der Dauerausstellung. Auf diese wurde der Besucher bereits eingestimmt durch die Präsentation von besonderen Funden der Kreisarchäologie der letzten Jahre.

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